Wieso Zeitungen pleite gehen
Filed Under (Aus dem Alltag gegriffen) by Vistin on 09-06-2009
Es ist doch erschreckend: Immer weniger Menschen lesen, und noch weniger lesen Zeitung. Das haben Ende letzten Jahres viele Verlagshäuser nicht nur zu spüren bekommen, sie wurden auch gezwungen zu reagieren. Das Ergebnis waren Entlassungen und Mittelkürzungen.
Diesem Trend wollte ich entgegenwirken und abonnierte Anfang Februar die FAZ und die Süddeutsche Zeitung, zwei Magazine, die meiner Vorstellung von seriösem Journalismus am ehesten entsprechen und deren Arbeit ich gerne auch finanziell unterstütze. Doch dann fand ich heraus, wo das Problem der Verlagshäuser liegt: Sie bekommen sich nicht ausgeliefert!
Drei Wochen lang telefonierte ich mich durch die Marketing-Abteilung der Frankfurter, am Ende kamen vier Exemplare zusammen, meist verspätet. Irgendwann gab die nette Dame am anderen Ende auf und bot mir an, das Probeabo zu stornieren. Na super, es hat mich nichts gekostet, außer Nerven, aber meine Zeitung hatte ich immer noch nicht!
Das Wochenendabo der Süddeutschen gab ich vor zwei Wochen auf. Wenn ich in einer Woche telefonisch reklamierte, kam nächste Woche die Zeitung, da reklamierte ich dann nicht und dann kam sie wieder nicht! Hallo? Wieso muss ich die Auslieferer ans Ausliefern erinnern, dafür gibt es Organizer, Handys und das Internet: Samstag – Zeitung ausliefern! Das kann doch nicht so schwer sein!
Ich habe es aufgegeben, jetzt habe ich das E-paper der Süddeutschen im Abo und muss vor dem Rechner sitzen, um Zeitung zu lesen, statt gemütlich auf dem Sofa, aber zumindest habe ich meine Zeitung jetzt täglich und vor 7 Uhr.
Und was habe ich aus diesem Abenteuer gelernt? Studiere bloß nicht Journalismus, weil du deinen Job wegen unfähiger Zeitungsjungen verlieren wirst!
