DVDs und BMWs

Filed Under (Aus der Tagespresse, DVD Report, Filmische Leistungen) by Vistin on 05-02-2011

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Das “Don’t make me steal”-Projekt hat eine hitzige Diskussion ausgelöst, eine dieser Diskussionen wurde mit dem Argument:

Zitat: “BMW sollte die Preise für den X5 endlich mal senken, damit nicht so viele Menschen zu Dieben werden.” – von feierabend bei golem.de – (zum ganzen Beitrag) begonnen.

Wie kommt man auf so dumme Vergleiche?

Wie kann man eine Luxusversion einer umfassenden und vielseitigen Produktpalette mit einem ganzen Wirtschaftszweig vergleichen? Wenn ich mir keinen X5 leisten kann, kaufe ich mir einen gebrauchten Golf 2er, der die Hauptleistung – Fortbewegung – genauso erfüllt wie der BMW. Wenn ich mir kein Auto erlauben kann, fahre ich Bus oder Bahn, da zahle ich nur für die tatsächliche Fahrt. Ich habe ein breites und vielseitiges Angebot, aus dem ich wählen kann.

Bei Filmen habe ich ja auch kein Problem damit, auf die Luxusausgabe vom Herrn der Ringe mit 60 Stunden Bonusmaterial, Hochglanzfotobuch und fußgeknöppelten Buchstützen zu verzichten, da würde ich nicht auf die Idee kommen, sie zu klauen. Aber wenn ich aufgrund von fehlenden Transportmöglichkeiten dazu gezwungen wäre, überall zufuß hingehen zu müssen, wäre ich genauso auf den Barrikaden, wie jetzt bei der Filmproblematik!

Es geht nicht darum, dass man doch ja!-Milch statt Landliebe trinken soll, es geht darum, nicht zu verdursten! – Ja, das war auch wieder nur Polemik. Doch da gibt es noch ein anderes Argument, das diesen Vergleich ad Absurdum zieht.

Wenn ich in ein Autohaus gehe und mein Interesse für den BMW bekunde, springen fünf Verkäufer um mich herum. Passt mir die Farbe der Sitzbezüge nicht, bekomme ich schier unendliche Musterbücher mit Farben, Stoffen und Formen, ich kann handeln, Zusatzfunktionen und Angebote verlangen, ich habe Garantien und Serviceversprechen, ich kann mit dem Auto eine Probefahrt machen. Ich zahle nicht für das nackte Produkt, sondern für eine umfassende Leistung. Wenn mir das Auto nicht gefällt, kann ich es zurückgeben.

Bei Filmen ist das nicht der Fall! Ich hätte gerne die ersten drei Staffeln Buffy in überarbeiteter Bild- und Tonqualität (Standardvorgehen bei älteren Produktionen). Kann ich mir lange wünschen, außer ich bezahle die ganze Überarbeitung selbst (Beim BMW bezahle ich ja auch nur den Aufpreis auf die Klimaanlage nicht ihre Entwicklung!). Ich hätte gerne Hüllen, aus denen ich die DVDs herauslösen kann, ohne sie fast zu brechen oder zumindest ein Serviceversprechen, dass mir die DVDs ersetzt werden, sollten sie beim Herausnehmen brechen. Ich möchte das Geld für die Kinokarte zurück, wenn ich mitten im Film das Kino verlasse, weil mir das “Modell” nicht gefällt. Aber nein, wenn ich einen Film “probefahren” möchte, bin ich sofort ein Raubkopierer und werde auf die psychologisch zusammengeschnittenen Werbefilmchen namens Trailer verwiesen! Schon einmal erlebt, dass ein Autoverkäufer einen Kunden auf das Werbevideo verweist, wenn dieser eine Probefahrt haben möchte? Aber das wichtigste: Bei Filmen habe ich kein Rückgaberecht! Das sorgt dafür, dass digitale Medien mit KEINEM anderen Produkt verglichen werden können! Ich darf einen Pullover, wenn er mir nicht gefällt, zurückgeben, aber ich kann keinen Film zurückgeben, nur weil er mies war! Und dabei ist auch dieser Vergleich holprig, weil die Qualität eines Films nun einmal über das Gefallen läuft, wenn ich also einen Film wegen einer irrwitzigen Story, schlechten Schauspielern, indiskutablem Bild und miesem Ton zurückgeben möchte, ist es so, als würde ich einen Pullover zurückgeben, weil er sich beim ersten Waschen in Einzelteile aufgelöst hat. Tue ich das bei einem Pullover, kriechen die Angestellten des Bekleidungsgeschäfts vor mir auf den Knien, während die Filmindustrie nur lauthals lacht!

Nächstes Argument: Ein BMW passt in eine Garage und wenn nicht, kann man ihn immer noch auf der Straße parken, man kann mit ihm ins Ausland fahren und die Autobahn nutzen wie auch die Landstraße, man darf ihn verleihen und Leute mitnehmen. Wenn ein Taxifahrer einen BMW kauft, zahlt er sogar weniger, Autoverleiher genauso, will ich mit dem Auto Geld verdienen, zahle ich dafür WENIGER! Wie ist es bei DVDs? – Je nach Anbieter brauche ich dieses oder jenes Abspielgerät, im Ausland funktionieren sie nicht, ich darf sie nur mit x Freunden teilen und nicht kommerziell nutzen (z.B. verleihen – dafür muss ich eine deutlich teurere Lizenz bezahlen). Wo sind da die Parallelen?

Doch das wichtigste Argument, das den Vergleich als völligen Blödsinn hinstellt, ist das offensichtlichste: Wenn ich einen BMW stehle, fehlt irgendwo ein BMW. Wenn ich eine Filmdatei herunterlade, gibt es nur eine Kopie mehr, sie fehlt nirgends. Diese Tatsache ist es, die die Grenze bei digitalen Medien prägt. Wenn es einen Ort gäbe, an dem sich BMWs klonen, ohne Kosten oder Schaden zu verursachen, bist du dir dann sicher, dass du nicht zugreifen würdest?

Fakt ist, dass ich für schlechte Filme, in schlechter Aufnahmequalität und mieser Aufmachung NIE Geld bezahlen werde und wenn ich, um dies zu beurteilen, mich als Raubkopierer bezeichnen lassen muss, ist es mir recht. Ich zahle nur für das, was ich geprüft habe: Ich probiere Kleidung an, bevor ich sie kaufe, ich teste Technik und gebe sie zurück, wenn sie ihren Zweck nicht erfüllt, ich lese Bücher im Laden an, bevor ich sie kaufe und solange mir die Filmindustrie offiziell diese Möglichkeit bei Filmen verwehrt, werde ich andere Mittel und Wege nutzen!

Und was den wirtschaftlichen Schaden angeht: Wenn die Filmindustrie morgen das Internet verbieten würde, würde ich einfach keine Filme mehr kaufen, gar keine! Jetzt da ich sie “illegal” testen kann, kaufe ich welche.

DVD Qualitäten und wieso sie kein Geld wert sind

Filed Under (DVD Report, Serienjunkie) by Vistin on 03-02-2011

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Das Thema hatten wir ja schon so oft. Alle regen sich auf, dass so viel Material raubkopiert wird, dabei sind die Produkte auf dem Markt SO hochwärtig und jeden Euro wert.

Ja, meine Damen und Herren, das war Sarkasmus!

Ich bin ja ein Serienjunkie und vor allem meine Lieblinge will ich als Original haben. Leider ist das meistens sehr schwer, weil irgend ein krankes Hirn auf die Idee gekommen ist, Serien in halben Staffeln zu verkaufen. Ich verkaufe ja auch keine halben Bücher! Wobei bei der heutigen Sucht zur Reihe … Nein, selbst der mieseste Abzocke-Autor schreibt für jeden Teil seiner Octologie ein Finale, das man als solches erkennen kann und bricht nicht mitten drin ab.

So kam es also, dass ich über Jahre hinweg meine Buffy-Reihe nicht vervollständigen konnte, weil gewisse halbe Staffeln ausverkauft waren! Jetzt kommt die Rettung, eine Komplettbox die NICHT 160 Euro kostet sondern realisierbare 70. Das macht knappe 2 Euro pro DVD und etwa 50 cent pro Folge, ist OK. Abzocke ist es trotzdem. Den diese ach so tolle KOMPLETTBOX ist keineswegs als eine Einheit konzipiert und auch nicht als eine solche erkennbar. Man hat einfach nur alle DVDs so wie sie bisher waren in eine Kiste gesteckt, das nenne ich nicht Zusammengehörend!

Die erste Staffel von Buffy kam 1997 raus, es ist unglaublich, wie schlecht die Bild und Tonqualität dieser Staffel ist, immerhin war es eine Testproduktion, aber merkwürdig, obwohl die Serie mit 7 Staffeln, einem SpinOff, mehreren Comicreihen und zich Wiederholungen ein horender Erfolg war und unglaubliche Kohle eingespielt hat, fand es keiner notwendig das Material mal aufzubereiten, es ist ja nicht so, als ob das nicht ginge!

Dann die Menüs, das die Menüs auf DVDs echt mies sein können weiß man inzwischen, aber wieso habe ich in einer Komplettbox, die mit gleichen Covern und gleichem DVD Aufdruck Einheitlichkeit vorgaukelt in jeder Staffel ein anderes Menü? Das ist grässlich! Das die Episoden weder durchnummeriert noch ins Deutsche übersetzt sind – wie übrigens kein Teil des Menüs – ist ja nur marginal! Die Nutzerfreundlichkeit lässt auch zu wünschen übrig, wieso zum Teufel muss ich die Episode erst anwählen, in ein geradezu inhaltsloses Menü kommen in dem ich erneut die Sprache einstellen kann, um dann wieder zu sagen: Ja, ich will die Folge jetzt wirklich sehen! Wäre es nicht einfacher, wenn man diese allgemeinen Einstellungen – die jede Episode nun einmal hat – voran stellt? Immerhin wähle ich die Sprache in der ich die Serie sehen möchte nur einmal, auch wenn ich nicht ausschließen möchte, auf die ausgefallene Idee zu kommen Folge 1 in Deutsch, Folge 2 auf Englisch und Folge 3 wieder auf Deutsch sehen zu wollen, für solche Spiranzien zurück gehen zu müssen ist mir lieber als beim simplen geradeaus durchschauen für jede Folge x-Klicks zu verschwenden.

Nun zur qualitativen Verpackung des Materials. Wieso haben DVDs eigentlich keine Garantie? Vielleicht würde das die Hersteller dazu verleiten, bei der Konzeption der Hüllen nicht nur an Material- und Platzkosten zu denken, sondern auch an die Haltbarkeit der DVDs, das man die Silberlinge bei dieser merkwürdigen Spindeltechnik nicht beim ersten entnehmen zerbricht ist ein wahres Wunder und nur mit extremer Vorsicht zu realisieren!

Alles in allem finde ich den Kauf mehr als unzufriedenstellend, 70 Euro um den nackten Inhalt zu haben, denn weder Artwork der Box, noch der Hüllen oder gar der DVDs, noch das Bonusmaterial oder die Aufarbeitung sind das Geld wert.

Book of Eli oder Mal wieder Apokalypse

Filed Under (DVD Report, Filmische Leistungen) by Vistin on 13-11-2010

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Manchmal frage ich mich, welcher Goblin unsere Ausleihliste bei LoveFilm zusammenstellt. Da kommen Filme rein, von denen ich noch nie was gehört habe und mich nicht erinnern kann, woher ich sie habe. Book of Eli ist so ein Werk. Aber da haben wir mal wieder Glück gehabt, trotz der religiösen Botschaft des Films war er verdammt gut gemacht und rutschte nicht in irgendwelche Klischees oder Vorschlaghammer-Moral ab.

The Book of Eli unter der Regie der Hughes Brothers mit Denzel Washington und Gary Oldman in den Hauptrollen kam Februar 2010 in die Kinos. Er erhielt einige gute Kritiken und ein paar Nominierungen, aber erfolgreich ist nun mal anders.

Die Handlung ist puristisch: Der Held Eli versucht 30 Jahre nach dem apokalyptischen Krieg die letzte erhaltene Bibel nach Westen zu bringen, wo sie vervielfältigt und zum Guten genutzt werden soll. Unterwegs muss er sich durch die gesetz- und morallose postapokalyptische Welt schlagen und wird von einem Stadtherren verfolgt, der das Wort Gottes nutzen möchte, um die aufbegehrende Bevölkerung seiner kleinen Siedlung unter Kontrolle zu bekommen. Von diesem religiösen Hintergrund bekommt man in dem wundervoll stimmungsvollen Film aber nur am Rande etwas mit. Im Vordergrund steht ein Mann mit überwältigenden Kampffähigkeiten und einer geradezu beängstigenden Seelenruhe.

Was diesen Film so bemerkenswert macht, sind seine Bilder, allesamt in grau-braun gehalten. Der Film arbeitet mit wunderschönen Schattenspielen und Lichteffekten, wodurch das von der Sonne verbrannte Land und die Trostlosigkeit der nach dem Krieg übrig gebliebenden Einöde sehr gut zur Geltung kommen. Diese Kamera und Bildwahl erlaubt auch die durchaus grausamen Kampf- und Todesszenen, ohne zu Splatter abzurutschen.

Der Film ist mitreißend, ohne spannend zu sein, die Wendungen sind logisch aber unerwartet, die Bilder immer wieder beeindruckend, die Dialoge sind sparsam aber sehr gut gestaltet und die Texte sehr aussagekräftig. Alles in allem ein gelungener Film.

DVD-Report: Die DVD ist bescheiden ausgestattet und hat grässliche Tonprobleme, der gesprochene Text ist viel zu leise, ähnlich wie die sparsame Filmmusik – dafür ist die Effektspur viel zu laut und schreckt den Zuschauer zu oft unangebracht auf. Wieder ein guter Film, bei dem sich der DVD-Kauf nicht lohnt.

Bei der Gelegenheit: Der einzige Kritikpunkt ist hier die religiös-spirituelle Konstruktion. Zwar stört es nicht, aber die Botschaft ist … nun ja, 2000 Jahre alt! Auch wenn sie wahr sein mag, in der Unterhaltungsbranche hätte ich gerne mehr Kreativität.

Wir erinnerten uns bei diesem Film an “Postman” von und mit Kevin Costner, der Festlandversion von Waterworld, die hundert mal besser war aber ungemein floppte. Auch dort geht es um Hoffnung nach einer apokalyptischen Katastrophe, doch diese findet sich nicht im Glauben oder bei Außerirdischen, sondern unter den Menschen selbst, in dem, was uns Menschen so ausmacht: der Kommunikation! Eigentlich schade, dass diese geniale Idee, die witzig und spannend umgesetzt wurde, so sehr untergegangen ist.

Daher an dieser Stelle – Filmtipp:

Postman

USA 1997

Regie und Hauptrolle Kevin Costner

DVD Report – Ritter aus Leidenschaft

Filed Under (DVD Report, Filmische Leistungen) by Vistin on 23-10-2010

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“Ritter aus Leidenschaft” unter der Regie von Brian Helgeland mit Heath Ledger kam 2002 auf DVD heraus. Ein hervorragender Film, die DVD ist mit knappen 8 Euro jedoch immer noch zu teuer. Das Menü ist verpixelt und schlecht gemacht, der Fokus braucht ewig, bis er endlich den gewählten Menüpunkt erreicht und aktiviert hat. Bonusmatarial ist auf der DVD nicht vorhanden, genausowenig wie die Lautstärkebalance. Im Menü plärrt die Musik so laut, dass die Nachbarn aus den Betten fallen, der Film selbst ist so leise, dass man alles was da ist, auf volle Lautstärke aufdrehen muss, um überhaupt etwas zu hören. Selbst für 2002 ist dies eine unmögliche Qualität. Lautstärkeregelung sollte die Filmbranche beherrschen, seitdem es Tonfilme gibt!

Prädikat: Sechs setzen!