rss

In Dong We Trust – Tag 1

Category : Gehört

Ins Dong vertrauen, ja, das kann man wirklich guten Gewissens tun.

Wirklich schlecht waren auf diesem Festival nämlich nur zwei Dinge: Das Bier (Wähsteiner *schüttel*) und das Programmheft. Da wir auf beides verzichten konnten, war es ein geniales Wochenende, das mit Kardiotraining in Form von unendlich vielen Treppen begann.  ”stairway to heaven” oder auch die Hölle auf Erden, *piep* ist das dämliche Ding hoch! Aber oben angekommen fanden wir ein hervorragend aufgearbeitetes Gelände. Inzwischen hat der Berg sogar Strom aus der Dose. Überhaupt hat sich seit 2004 viel geändert, die Besucherzahl ist mächtig gestiegen und es gab auch deutlich mehr Zelte, die dieses Jahr noch nicht einmal weggeflogen sind ;-) Die Wege sind beleuchtet und befestigt, die Wiesen gut zeltgeeignet.

Aber nun zur Musik! Obwohl wir ab 12 dabei waren, gingen die ersten Bands recht sang- und klanglos an uns vorbei, kein schlechtes Zeichen, denn nichts fiel durch Grottigkeit auf. Unterhaltsamer Metal zum Wachwerden. Wach waren wir um 15 Uhr dann auch, Adorned Brood leider noch nicht. Die eigentlich so geniale Liveband hat offenbar noch mit den zahlreichen Besetzungswechsel zu kämpfen, hinzu kam die staubedingte Verspätung einiger Bendmitglieder wodurch sie gehetzt und nicht eingespielt wirkten. Daher gab es zwischen den Songs viele Pausen, viel Gelaber und etwas zu wenig Musik. Was aber auch an dem unendlich heiserem Frost gelegen haben könnte. Daher war Adorned Brood leider nur ein Schatten ihrer selbst, trotzdem füllte die Band das ganze Zelt und ließ Partylaune aufkommen, wer kann der kann halt!

Die nächste Band die positiv auffiel waren Motorjesus. Pädagogisch nicht gerade wertvoll, aber unendlich unterhaltsam. Lockerer, rockiger Metal der zum mitgehen einläd, solide umgesetzt mit interessantem Gesang. Nichts Großes, nichts Außergewöhnliches, aber macht mega Spaß, vor allem live. Der selbstsichere und präsente Frontmann konnte das Publikum gut mitreißen, womit der erste Schritt zu tierischen Nackenschmerzen getan war.

Bühne frei für das verfrühte Finale. 20 Uhr: Van Canto, die Metal Band mit sechs Sängern und einem Schlagzeug. Die Sieger des Festivals was Originalität angeht. Wirklich beeindruckend, wie die Jungs und datt Mädel mit taka-taka (im Publikum zu Motherfucker umgetextet) die Halle zum beben bringen konnten. Ein ganz neues Metal-Erlebnis, obwohl ich mir kaum ein zweistündiges Konzert in dieser Art vorstellen könnte.

Der Headliner der Herzen war für uns dann Dark Age! Als dieser smarte Traum jeder Schwiegermutter ans Mikro trat und charmant grinste, dachte man noch so bei sich: Musik egal es gibt was zum schauen! Aber bei den Göttern, der Kerl kann echt genialen Lärm machen! Schnelle Gitarren mit harten Riffs, genialen Wechsel zwischen schnell und langsam sowie hohem, klaren Gesang und genial gegröhlten Strophen. Ein Song zum einstimmen und dann kochte das Zelt! Mitreisende Bühnenpräsenz seitens der ganzen Band und dementsprechend hervorragende Stimmung im Publikum.

Der, meiner Meinung nach völlig ungerechtfertigt mit New Metal in Verbindung gebrachte, Melodic Death Metal funktioniert live, wie auf Album hervorragend, obwohl der Sänger bei den klaren Parts gegen Ende des Gigs etwas … individuell wurde. Kaum Zuhause wurden die Alben ausgepackt und man wundert sich, wie es passieren konnte, dass diese genialer Band, im CD Regal verstaubte. Eine wundervolle Wiederentdeckung, die nun für Wochen meine Playlist prägen wird!

Der Vollständigkeithalber: Das tatsächliche Finale bildeten Rotting Christ und Dark Tranquillity. Zu Rotting Christ sei angemerkt, dass der Sänger mit gebrochenem Bein auf die Bühne ging, ein bewundernswertes Engagement, mein verehrter Ehezottel lobte auch den Auftritt, ich enthalte mich der Stimme, da die Musik so garnicht meins ist, auch bei der Nachbetrachtung auf Album nicht.

Dark Tranquillity wirkten dann irgendwie … lahm? Na ja, man stand da, hörte zu und es passierte nichts. Irgendwie war man mit den Gedanken, Ohren und Beinen noch bei Dark Age. Fünf Lieder später siegte der Schlafsack über den Headliner und wir gingen brav um Mitternacht ins Bettchen. Mit drei genialen Neuentdeckungen und zwei, drei tollen Liedern unserer Helden (Adorned Brood) hatte sich der erste Festivaltag auch mehr als gelohnt!

Festivaltag 2 folgt.