Schicksal eines Magiers – Kapitel 4

Filed Under (Schicksal eines Magiers) by Vistin on 06-07-2010

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Zusammenfassung: Alim hat sein Leben als Magier verwirrkt, nun gibt es nur noch eine Rettung für ihn: Die Rekrutierung durch den Grauen Wächter Duncan.

Gedanken des Autors: Wie würde sich ein junger Mann verhalten, der noch nie die wahre Welt gesehen hat? Zum ersten Mal einen Baum berühren, zum ersten Mal über eine staubige Straße gehen, all die Dinge die für die meisten Menschen so selbstverständlich sind dass sie sie garnicht mehr bemerken sind plötzlich neu. Diese Faszination einzufangen und doch nicht zu übertreiben, das war hier das Ziel.

Rekrutiert

Das diffuse Rauschen in meinen Ohren wurde langsam klarer, ich erkannte Stimmen, dann einzelne Worte.

„Keine Magie! Für das Loch lassen wir Maurer aus dem Dorf kommen, für den Moment reichen die Holzbalken völlig.“

Ich fuhr hoch und musste Schlucken um mich nicht zu übergeben. Mein Schädel brummte wie ein Bienennest und mein ganzer Körper fühlte sich wie zerschlagen an. Ich wusste nicht genau was passiert war, doch die Worte der jungen Frau erinnerten mich daran was ich getan hatte.

„Bleib liegen, Alim“, erklang eine dunkle Stimme und eine starke Hand drückte mich sanft auf den Boden zurück. Unter meinem Kopf lag etwas weiches, ein Umhang vielleicht. Ich blinzelte und erkannte durch den Staub Duncan, der neben mir auf dem Boden kniete.

„Hier, trinkt, aber vorsichtig.“ Er reichte mir einen Silberbecher und ich roch mit Wasser versetztes Lyrium. Ich nahm einen Schluck und spürte, wie die Flüssigkeit in meinem völlig ausgetrockneten Hals brannte. Meine Gedanken waren immer noch ein Chaos, doch sie überschlugen sich nicht mehr. Ich hatte mein Leben verwirkt. Eine wahre Leistung, wenn man bedachte, dass ich eigentlich nie eins gehabt hatte. Was die Templer auch immer getan hatten, es war nicht an mir gewesen, sie zu richten. Und was war mit Jowan und Lily? Wo waren sie? Duncan half mir, mich aufzusetzen. Tatsächlich war es ein Reiseumhang gewesen, der unter meinem Kopf zusammengerollt gelegen hatte. Daneben fand ich eine Umhängetasche und meinen Magierstab. Ich sah mich in der Vorhalle um, in der Luft hingen schwere Staubschwaden und in der äußeren Wand des Turms klaffte ein gewaltiges Loch.

„War ich das?“, fragte ich verwirrt und deutete durch das Loch auf das weit entfernte Ufer des Calenhad Sees, hinter dessen weichen Hügeln der erste Sonnenstrahl sichtbar wurde. Duncan schüttelte den Kopf.

„Nein, du hast nur ein deutlich kleineres Loch im Boden der Wachkammer zu verschulden, das da war dein Begleiter.“

„Jowan?“, rief ich so laut, dass sich eine in der Nähe stehende Magierin verwirrt zu mir umdrehte. „Das ist unmöglich! So viel Macht hat er nicht, er kann kaum einen Ziegel bewegen. Eis, etwas Feuer und reichlich Geistkrempel, aber Stein? Nein, Jowan beherrscht keine Erdmagie.“

Duncans Miene verfinsterte sich, als er aufstand und auch mich auf die Beine zog.

„Es war Blutmagie, Alim.“

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Rekrutiert

Das diffuse Rauschen in meinen Ohren wurde langsam klarer, ich erkannte Stimmen, dann einzelne Worte.

„Keine Magie! Für das Loch lassen wir Maurer aus dem Dorf kommen, für den Moment reichen die Holzbalken völlig.“

Ich fuhr hoch und musste Schlucken um mich nicht zu übergeben. Mein Schädel brummte wie ein Bienennest und mein ganzer Körper fühlte sich wie zerschlagen an. Ich wusste nicht genau was passiert war, doch die Worte der jungen Frau erinnerten mich daran was ich getan hatte.

„Bleib liegen, Alim“, erklang eine dunkle Stimme und eine starke Hand drückte mich sanft auf den Boden zurück. Unter meinem Kopf lag etwas weiches, ein Umhang vielleicht. Ich blinzelte und erkannte durch den Staub Duncan, der neben mir auf dem Boden kniete.

„Hier, trinkt, aber vorsichtig.“ Er reichte mir einen Silberbecher und ich roch mit Wasser versetztes Lyrium. Ich nahm einen Schluck und spürte, wie die Flüssigkeit in meinem völlig ausgetrockneten Hals brannte. Meine Gedanken waren immer noch ein Chaos, doch sie überschlugen sich nicht mehr. Ich hatte mein Leben verwirkt. Eine wahre Leistung, wenn man bedachte, dass ich eigentlich nie eins gehabt hatte. Was die Templer auch immer getan hatten, es war nicht an mir gewesen, sie zu richten. Und was war mit Jowan und Lily? Wo waren sie? Duncan half mir, mich aufzusetzen. Tatsächlich war es ein Reiseumhang gewesen, der unter meinem Kopf zusammengerollt gelegen hatte. Daneben fand ich eine Umhängetasche und meinen Magierstab. Ich sah mich in der Vorhalle um, in der Luft hingen schwere Staubschwaden und in der äußeren Wand des Turms klaffte ein gewaltiges Loch.

„War ich das?“, fragte ich verwirrt und deutete durch das Loch auf das weit entfernte Ufer des Calenhad Sees, hinter dessen weichen Hügeln der erste Sonnenstrahl sichtbar wurde. Duncan schüttelte den Kopf.

„Nein, du hast nur ein deutlich kleineres Loch im Boden der Wachkammer zu verschulden, das da war dein Begleiter.“

„Jowan?“, rief ich so laut, dass sich eine in der Nähe stehende Magierin verwirrt zu mir umdrehte. „Das ist unmöglich! So viel Macht hat er nicht, er kann kaum einen Ziegel bewegen. Eis, etwas Feuer und reichlich Geistkrempel, aber Stein? Nein, Jowan beherrscht keine Erdmagie.“

Duncans Miene verfinsterte sich, als er aufstand und auch mich auf die Beine zog.

„Es war Blutmagie, Alim.“

Schicksal eines Magiers – Kapitel 3

Filed Under (Schicksal eines Magiers) by Vistin on 06-07-2010

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Zusammenfassung: Seit Jahrhunderten fügen sich die Magier der Kirche und den Templer. Bei den Gefahren die die Magie mit sich bringt war dies auch nicht abwegig. Doch gewisse Regelungen kann man nicht ungerührt hinnehmen, vorallem dann nicht, wenn es um Leben oder Tod geht.

Gedanken des Autors: Wie reagiert man, wenn man durch Zufall herausfindet, dass man manipuliert und zum Tode verurteilt wurde, ohne sich verteidigen zu können? Es sollte in diesem Kapitel um Schockmomente und Aktion gehen.

Essenzen des Seins

„Kommt nur herein, Alim. Ich habe gehofft, Euch noch einmal zu sprechen, bevor ich aufbreche.“

Ich nickte dankend und betrat das großzügig möblierte Gästezimmer, in dem Duncan untergebracht worden war. Ich wusste immer noch nicht, was ich hier eigentlich wollte. Glaubte ich wirklich, dass Duncan mir heute Nacht helfen würde, wenn Greagoir mich erschlug? Wir kannten uns nicht, hatten uns nur einmal kurz gesehen, und nur weil er einen jungen Magier nach Ostagar mitnehmen wollte, hieß das nicht, dass er auch einen Abtrünnigen mitnehmen würde. Vorallem weil es einen Unterschied machte, ob er einen Magier oder einen neuen Grauen Wächter brauchte. Trotzdem hatte ich ihn unbedingt sprechen müssen.

„Ihr reist wieder ab?“, fragte ich und bemühte mich beiläufig zu klingen.

„Ja, meine Gespräche mit Greagoir und Irving sind beendet. Daher werde ich morgen abreisen.“

„Hattet Ihr mit Eurem Anliegen Erfolg?“, fragte ich vorsichtig, denn immerhin wusste ich nicht wirklich, was Duncans eigentliches Anliegen war. Duncan lächelte wissend und zeigte damit, dass er mein Manöver durchschaute.

„Nein. Im Endeffekt nicht. Zwar gibt es hier im Turm über hundert Magier, die mir angeboten haben, mich nach Ostagar zu begleiten, doch Greagoir und Irving sind dagegen auch nur einen von ihnen gehen zu lassen. Daher muss ich auch Euch erneut enttäuschen, falls Ihr gekommen seid, um mir Eure Unterstützung anzubieten.“

Ich schüttelte den Kopf.

„Nein. Wobei … Doch, aber anders als Ihr denkt. Ich habe viel über die Grauen Wächter gelesen. Nicht nur die Legenden, auch die Schlachtberichte der letzten Zeitalter, in denen die Wächter oft nur in den Marginalien auftraten. Ich weiß einiges über Euren Orden. Darunter auch, dass es für die Aufnahme keine Beschränkungen in Rasse, Geschlecht, Profession oder Status gibt.“ Ich hielt inne und beobachtete Duncans Reaktion. Er legte den Kopf schief und verschränkte die Arme nachdenklich vor der Brust, ließ sich aber ansonsten nicht anmerken, was er über meine Andeutung dachte.

„Wollt Ihr Euch den Wächtern anschließen?“

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Schicksal eines Magiers – Kapitel 2

Filed Under (Schicksal eines Magiers) by Vistin on 03-07-2010

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Zusammenfassung: Alim ist nun ein Magier, doch seinem besten Freund droht ein anderes Schicksal, dem Alim ihn nicht ausliefern kann.

Gedanken des Autors: Egal wie isoliert eine Figur lebt, sie hat immer einen irgendwie gearteten Ansprechpartner, einen solchen zu kreieren und für die Charakterentwicklung und Tragik zu verwenden war hier meine Absicht.

Freundschaft

»Ach, Quatsch! Er ist kein Besänftigter! Die Besänftigten werden nie hereingetragen, die sind immer bei Bewusstsein und haben dieses merkwürdige Lächeln im Gesicht.«

»Für eine Läuterung war es viel zu kurz! Es ist noch nie jemand nach nur sechs Tagen als Magier zurückgekommen. Die waren bisher immer besänftigt. Du kannst dich nur nicht damit abfinden, Jowan.« Jowan schlug die tröstende Hand seines Mitschülers von der Schulter und sprang wütend auf.

»Alim ist einer der besten hier, er beherrscht Zauber, die du noch nicht einmal aussprechen kannst! Sie haben ihm dieses Talent nicht genommen! Das wäre Wahnsinn und das weißt du auch! Du bist nur neidisch!«

Ich hörte Jowans Stimme wie aus weiter Ferne, doch das Licht war schon ganz nah. Ich blinzelte und erkannte die schreiend grüne Robe meines besten Freundes. Jowan stand direkt an meinem Bett und schrie immer noch jemanden an, den ich nicht sehen konnte. Ich hob den Kopf und versuchte mich auf die Ellbogen zu stützen, doch mein Körper fühlte sich an wie Pudding, als wäre jede Spannung aus ihm gewichen und ich sank wieder in die Kissen.

»Er wacht auf!«, sagte der andere. Jowan wirbelte herum und sank auf die Knie.

»Alim! Ich habe Tinte in deiner Truhe zerbrochen, bitte sag mir, dass du mich dafür erschlagen wirst!«, bat Jowan und beobachtete mich fast verzweifelt.

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Schicksal eines Magiers – Kapitel 1

Filed Under (Schicksal eines Magiers) by Vistin on 02-07-2010

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Zusammenfassung: Alim Fachhauser ist ein Magier und wie es in Ferelden üblich ist, lebt er seit dem Tag, an dem seine magische Begabung entdeckt wurde im Turm des Zirkels unter der Aufsicht der Kirche. Am heutigen Tag soll sich zeigen, ob er die Magie oder die Magie ihn beherrscht.

Gedanken des Autors: Ich wollte die Geschichte extrem diffus beginnen lassen, in einer Situation und Umgebung die auf den Leser genauso verwirrend und unverständlich wirkt, wie auf den Protagonisten. Der Leser sollte sich zusammen mit Alim orientieren und genauso wie er erst langsam begreifen.

Die Läuterung

„Kein Grab, kein Kerker. Kein Grab, kein Kerker.“ Ich weiß nicht, ob ich die Worte laut wiederholte, oder nur dachte. Doch sie waren mein Mantra in dem kleinen, fensterlosen Raum. Ich wiederholte sie ständig, während ich zitternd auf dem Bett saß und die Steinmauer vor mir anstarrte. Doch durch den tiefen Hunger, die Kälte, die Verzweiflung in meiner Brust, durch all die Symptome des Entzugs hindurch wusste ich, dass ich mir nur etwas einzureden versuchte. Dieser Ort war ein Kerker, ein Gefängnis im Gefängnis und ja, es konnte auch zu meinem Grab werden, so wie er schon vielen vor mir den Tod gebracht hatte, auf welche Art und Weise auch immer. Ich saß da schon seit Tagen, vielleicht Wochen, oder Jahren? Ich wusste es nicht, ich hatte das Gefühl für Zeit verloren, ich konnte nicht schlafen, nicht essen, keinen klaren Gedanken fassen. Ich sehnte mich so sehr nach Lyrium, nur ein einziger Schluck der kraftspendenden Flüssigkeit. Und doch wusste ich, dass ich nur Wasser bekommen würde, trotzdem erwachte die Hoffnung immer wieder, wenn ich die Schritte vor der Tür hörte. Sie mussten mich doch irgendwann holen! Sie konnten mich nicht hier lassen!

Da waren sie wieder! Die schweren Schritte von beschlagenen Stiefeln. Ich sprang auf, meine Beine gehorchten mir nicht mehr und ich fiel fast zu Boden.„Bitte!“, rief ich durch die schwere Tür. „Bitte! Nur etwas!“

Riegel wurden geöffnet und das grelle Licht blendete mich. In der Zelle hatte ich nur ein mattes, magisches Licht gehabt. Im Korridor vor der Tür brannten unzählige Fackeln.

„Kommt mit, Alim Fachhauser. Die Läuterung erwartet euch“, donnerte die Stimme von Kommandant Greagoir, dem Befehlshaber der Templer. Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten und stolperte mehr aus der Zelle als dass ich ging, doch ein Hochgefühl der Erleichterung ergriff mich und gab mir neue Kraft. Gepanzerte Hände griffen nach meinen Armen kaum dass ich die Zelle verlassen hatte, schleiften mich den Korridor entlang und eine Treppe hoch, es war sicher schmerzhaft, doch ich spürte es nicht.

Das grelle Tageslicht des Läuterungsaals umfing mich wie eine warme Decke. Ich spürte das Lyrium bevor ich es sah, es schimmerte bläulich in einer großen Silberschale in der Mitte des Raumes.

„Alim, Ihr werdet ins Nichts gehen“, erklärte eine erfahrene, mir bekannte Stimme, doch meine Augen konnten den Mann noch nicht erkennen.

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