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DVD Qualitäten und wieso sie kein Geld wert sind

Category : Kommentiert

Das Thema hatten wir ja schon so oft. Alle regen sich auf, dass so viel Material raubkopiert wird, dabei sind die Produkte auf dem Markt SO hochwärtig und jeden Euro wert.

Ja, meine Damen und Herren, das war Sarkasmus!

Ich bin ja ein Serienjunkie und vor allem meine Lieblinge will ich als Original haben. Leider ist das meistens sehr schwer, weil irgend ein krankes Hirn auf die Idee gekommen ist, Serien in halben Staffeln zu verkaufen. Ich verkaufe ja auch keine halben Bücher! Wobei bei der heutigen Sucht zur Reihe … Nein, selbst der mieseste Abzocke-Autor schreibt für jeden Teil seiner Octologie ein Finale, das man als solches erkennen kann und bricht nicht mitten drin ab.

So kam es also, dass ich über Jahre hinweg meine Buffy-Reihe nicht vervollständigen konnte, weil gewisse halbe Staffeln ausverkauft waren! Jetzt kommt die Rettung, eine Komplettbox die NICHT 160 Euro kostet sondern realisierbare 70. Das macht knappe 2 Euro pro DVD und etwa 50 cent pro Folge, ist OK. Abzocke ist es trotzdem. Den diese ach so tolle KOMPLETTBOX ist keineswegs als eine Einheit konzipiert und auch nicht als eine solche erkennbar. Man hat einfach nur alle DVDs so wie sie bisher waren in eine Kiste gesteckt, das nenne ich nicht Zusammengehörend!

Die erste Staffel von Buffy kam 1997 raus, es ist unglaublich, wie schlecht die Bild und Tonqualität dieser Staffel ist, immerhin war es eine Testproduktion, aber merkwürdig, obwohl die Serie mit 7 Staffeln, einem SpinOff, mehreren Comicreihen und zich Wiederholungen ein horender Erfolg war und unglaubliche Kohle eingespielt hat, fand es keiner notwendig das Material mal aufzubereiten, es ist ja nicht so, als ob das nicht ginge!

Dann die Menüs, das die Menüs auf DVDs echt mies sein können weiß man inzwischen, aber wieso habe ich in einer Komplettbox, die mit gleichen Covern und gleichem DVD Aufdruck Einheitlichkeit vorgaukelt in jeder Staffel ein anderes Menü? Das ist grässlich! Das die Episoden weder durchnummeriert noch ins Deutsche übersetzt sind – wie übrigens kein Teil des Menüs – ist ja nur marginal! Die Nutzerfreundlichkeit lässt auch zu wünschen übrig, wieso zum Teufel muss ich die Episode erst anwählen, in ein geradezu inhaltsloses Menü kommen in dem ich erneut die Sprache einstellen kann, um dann wieder zu sagen: Ja, ich will die Folge jetzt wirklich sehen! Wäre es nicht einfacher, wenn man diese allgemeinen Einstellungen – die jede Episode nun einmal hat – voran stellt? Immerhin wähle ich die Sprache in der ich die Serie sehen möchte nur einmal, auch wenn ich nicht ausschließen möchte, auf die ausgefallene Idee zu kommen Folge 1 in Deutsch, Folge 2 auf Englisch und Folge 3 wieder auf Deutsch sehen zu wollen, für solche Spiranzien zurück gehen zu müssen ist mir lieber als beim simplen geradeaus durchschauen für jede Folge x-Klicks zu verschwenden.

Nun zur qualitativen Verpackung des Materials. Wieso haben DVDs eigentlich keine Garantie? Vielleicht würde das die Hersteller dazu verleiten, bei der Konzeption der Hüllen nicht nur an Material- und Platzkosten zu denken, sondern auch an die Haltbarkeit der DVDs, das man die Silberlinge bei dieser merkwürdigen Spindeltechnik nicht beim ersten entnehmen zerbricht ist ein wahres Wunder und nur mit extremer Vorsicht zu realisieren!

Alles in allem finde ich den Kauf mehr als unzufriedenstellend, 70 Euro um den nackten Inhalt zu haben, denn weder Artwork der Box, noch der Hüllen oder gar der DVDs, noch das Bonusmaterial oder die Aufarbeitung sind das Geld wert.

Book of Eli oder Mal wieder Apokalypse

Category : Gesehen

Manchmal frage ich mich, welcher Goblin unsere Ausleihliste bei LoveFilm zusammenstellt. Da kommen Filme rein, von denen ich noch nie was gehört habe und mich nicht erinnern kann, woher ich sie habe. Book of Eli ist so ein Werk. Aber da haben wir mal wieder Glück gehabt, trotz der religiösen Botschaft des Films war er verdammt gut gemacht und rutschte nicht in irgendwelche Klischees oder Vorschlaghammer-Moral ab.

The Book of Eli unter der Regie der Hughes Brothers mit Denzel Washington und Gary Oldman in den Hauptrollen kam Februar 2010 in die Kinos. Er erhielt einige gute Kritiken und ein paar Nominierungen, aber erfolgreich ist nun mal anders.

Die Handlung ist puristisch: Der Held Eli versucht 30 Jahre nach dem apokalyptischen Krieg die letzte erhaltene Bibel nach Westen zu bringen, wo sie vervielfältigt und zum Guten genutzt werden soll. Unterwegs muss er sich durch die gesetz- und morallose postapokalyptische Welt schlagen und wird von einem Stadtherren verfolgt, der das Wort Gottes nutzen möchte, um die aufbegehrende Bevölkerung seiner kleinen Siedlung unter Kontrolle zu bekommen. Von diesem religiösen Hintergrund bekommt man in dem wundervoll stimmungsvollen Film aber nur am Rande etwas mit. Im Vordergrund steht ein Mann mit überwältigenden Kampffähigkeiten und einer geradezu beängstigenden Seelenruhe.

Was diesen Film so bemerkenswert macht, sind seine Bilder, allesamt in grau-braun gehalten. Der Film arbeitet mit wunderschönen Schattenspielen und Lichteffekten, wodurch das von der Sonne verbrannte Land und die Trostlosigkeit der nach dem Krieg übrig gebliebenden Einöde sehr gut zur Geltung kommen. Diese Kamera und Bildwahl erlaubt auch die durchaus grausamen Kampf- und Todesszenen, ohne zu Splatter abzurutschen.

Der Film ist mitreißend, ohne spannend zu sein, die Wendungen sind logisch aber unerwartet, die Bilder immer wieder beeindruckend, die Dialoge sind sparsam aber sehr gut gestaltet und die Texte sehr aussagekräftig. Alles in allem ein gelungener Film.

DVD-Report: Die DVD ist bescheiden ausgestattet und hat grässliche Tonprobleme, der gesprochene Text ist viel zu leise, ähnlich wie die sparsame Filmmusik – dafür ist die Effektspur viel zu laut und schreckt den Zuschauer zu oft unangebracht auf. Wieder ein guter Film, bei dem sich der DVD-Kauf nicht lohnt.

Bei der Gelegenheit: Der einzige Kritikpunkt ist hier die religiös-spirituelle Konstruktion. Zwar stört es nicht, aber die Botschaft ist … nun ja, 2000 Jahre alt! Auch wenn sie wahr sein mag, in der Unterhaltungsbranche hätte ich gerne mehr Kreativität.

Wir erinnerten uns bei diesem Film an “Postman” von und mit Kevin Costner, der Festlandversion von Waterworld, die hundert mal besser war aber ungemein floppte. Auch dort geht es um Hoffnung nach einer apokalyptischen Katastrophe, doch diese findet sich nicht im Glauben oder bei Außerirdischen, sondern unter den Menschen selbst, in dem, was uns Menschen so ausmacht: der Kommunikation! Eigentlich schade, dass diese geniale Idee, die witzig und spannend umgesetzt wurde, so sehr untergegangen ist.

Daher an dieser Stelle – Filmtipp:

Postman

USA 1997

Regie und Hauptrolle Kevin Costner